Sommer

Sauberes Wasser ist kein Zufall

24.07.2026

Ein kühles Bad im See oder Bach tut gut. Saubere Gewässer sind aber keine Selbstverständlichkeit, dahinter steckt viel Infrastruktur, Technik und Arbeit. Denn ohne Abwasserreinigungsanlagen (ARA) wären unsere Gewässer eine Kloake. Eine ARA kann jedoch nicht alles gleich gut aufnehmen und reinigen. Daher ist es wichtig, dass nur das in die ARA kommt was auch dort hingehört.
 
Funktion und Aufgabe einer ARA
Abwasser besteht hauptsächlich aus organischem Material (z.B. Kot), sowie aus Stickstoff- und Phosphorverbindungen (z.B. aus Urin). Leider befinden sich auch viele Feststoffe wie Plastik- und Metallteile, Sand, Kies usw. im Abwasser. Die Reinigung des Abwassers erfolgt durch die fortlaufende Abtrennung von Schmutzstoffen. Als erstes fliesst das Abwasser durch einen Rechen. Hier werden mechanisch die nicht löslichen Feststoffe entfernt. Danach folgt der Sand- und Fettfang, wo mit Hilfe von Belüftung Metallteile, Sand, Kies, Fette und Öle getrennt werden. Im Vorklärbecken setzt sich Frischschlamm (Feststoffe) ab. Dieser wird im Faulturm abgebaut wobei Biogas entsteht. Das teilgereinigte Wasser aus dem Vorklärbecken fliesst weiter in die chemische Reinigung. Die letzte Reinigung erfolgt biologisch mit Hilfe von Bakterien (Belebtschlammverfahren). Diese Mikroorganismen bauen die organischen Verschmutzungen im Abwasser biologisch ab und wandeln sie in weitgehend harmlose Stoffe um. Je nach Grösse und Ausbaustandard einer ARA folgen weitere Reinigungsstufen.


Die biologische Reinigung besteht aus mehreren unterschiedlichen Becken. Das Bild zeigt das belüftete Becken.

 
 
ARA Einsiedeln
Die ARA Einsiedeln wurde 1978 in Betrieb genommen und verfügt über die drei wichtigsten Reinigungsstufen: Mechanische, chemische und biologische Reinigung. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Verhaltensänderungen in der Gesellschaft, muss die ARA laufend an neue gesetzliche Vorgaben angepasst und erweitert werden. Aktuell werden vier von zwölf Klärbecken saniert. Neben dem Betrieb der ARA, der sieben Tage pro Woche gewährleistet ist, kümmern sich die Mitarbeiter auch noch um gut 70 Kilometer Leitungsnetz sowie 26 Pumpstationen und Spezialbauwerke. 
 
Grösste Herausforderung: Giftige Stoffe und falscher pH-Wert
Egal wie technisch ausgereift eine ARA ist oder wie sehr sich die Mitarbeiter engagieren, wenn zu viel giftige Stoffe im Abwasser enthalten sind oder der pH-Wert des Wassers zu hoch oder tief ist, sterben die Mikroorganismen und die biologische Reinigungsstufe funktioniert nicht mehr. Das muss unbedingt verhindert werden, denn der Aufbau einer neuen Mikrobiologie ist aufwendig und braucht Zeit und Ressourcen. Während dieser Zeit wird das Abwasser nur ungenügend gereinigt. Daher braucht es die Mithilfe aller.


Pro Woche fallen in der ARA rund 20 Tonnen getrockneter Kläreschlamm aus dem Faulturm an. Das entspricht gut 50 gefüllten Mulden pro Jahr, die in einer speziellen Monoverbrennungsanlage verbrannt werden. Aus der entstehenden Asche wird anschliessend der enthaltene Phosphor zurückgewonnen.  


 
Wasserbelastungen reduzieren
  • Medikamente: Auf keinen Fall über das WC oder den Ausguss entsorgen. Unbedingt in die Apotheke oder zum Entsorger bringen. Medikamente, die sich im Wasser gelöst haben, können in der ARA kaum entfernt werden und gelangen in die Gewässer.
  • Hygieneartikel: Binden, Tampons, Kondome, Watte, Wattestäbchen, Zahnseide, etc. gehören in den Kehrichtsack.
  • Speisereste: Am besten wiederverwerten und sonst in die Grüngutsammlung geben (Fleischabfälle gehören in den Kehricht).
  • Katzensand und Tierkot von Haustieren: Gehören in den Kehrichtsack.
  • Öl und Chemikalien: Nie wegspülen, sondern separat sammeln und bei der Sammelstelle abgeben.
  • Öl und Fett aus der Bratpfanne: Mit Haushaltspapier aufwischen und im Kehricht entsorgen.
  • Putz- und Abwaschmittel: Altbewährte Putzmittel wie Schmierseife, Essig und Sprit einsetzen. Beim Kauf von Reinigungsmitteln auf gute biologische Abbaubarkeit achten.
  • Auto: Das Auto in Waschanlagen reinigen, denn dort wird das Wasser teilweise wieder aufbereitet.
  • Baustellen: Waschabwasser von Werkzeug separat entsorgen. Baustellenentwässerungen mit Absetzbecken und Neutralisation bis zum Schluss der Baustelle richtig betreiben. Betonwasser hat einen zu hohen pH-Wert und tötet die Mikroorganismen.
  • Pool entleeren: Die ARA vorgängig informieren (Mail oder Telefon). Zu viel Wasser auf einmal kann Pumpstationen überlasten.
 
Bei Fragen zum richtigen Vorgehen hilft der Fachbereich Umwelt und Energie der Bezirksverwaltung gerne weiter. Kontakt: umweltschutz@bezirkeinsiedeln.ch oder 055 418 41 85.
Bezirksverwaltung Einsiedeln
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055 418 41 20
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Schulverwaltung Einsiedeln
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055 418 42 42
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