Sommer

​Besichtigung Energiepreis Projekt CoolShift vom 9. Juni 2026

11.06.2026

Wie lassen sich erneuerbare Energiegewinnung und Gebäudekühlung in einem Neubau intelligent verbinden? Am 9. Juni 2026 wurde mit CoolShift erstmals eine zukunftsweisende und preisgekrönte Lösung Fachleuten aus Forschung, Praxis und Verwaltung vorgestellt.

Seit 2016 zeichnet die Energiestadt Einsiedeln Projekte aus, die mit innovativen Technologien neue Wege für Energieeffizienz und Klimaschutz aufzeigen. 2025 ging der Energie- und Förderpreis an die KST AG für die im eigenen Neubau realisierte Weltneuheit CoolShift.


Das Emitter-Modul der drehbaren CoolShift-Panels, um den Wärmeüberschuss des Gebäudes via Nachthimmel auf natürliche Weise abzugeben. Foto: KST AG
 

CoolShift: ein einfaches Prinzip – clever umgesetzt
Das Energie- und Kühlsystem basiert auf einer Forschungsidee der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), die gemeinsam mit der Hochschule Luzern (HSLU), der Ostschweizer Fachhochschule (OST) und der KST AG als Industriepartnerin im Rahmen einer vom Bund finanzierten Machbarkeitsstudie entwickelt wurde.

Die Grundidee ist einfach und bewährt: CoolShift nutzt die thermische Masse von Gebäuden, um Wärme zu speichern und nachts an die Umgebung abzugeben – und so zur Gebäudekühlung beizutragen. Dabei soll der Energieeinsatz möglichst tief gehalten und der Einsatz klassischer Klimasysteme minimiert werden.


Remo Müller, Bereichsleiter Engineering und Mitglied der Geschäftsleitung, erläutert den interessierten Gästen die Funktionsweise von CoolShift und dessen Anbindung an die Gebäudetechnik des im Sommer 2025 bezogenen Neubaus. Foto: KST AG
 

Drehbare Panels: Energieproduktion am Tag, Wärmeabgabe in der Nacht
Nach Abschluss der Studie entwickelte die KST AG das System weiter und setzte es im eigenen Neubau um. «Das Konzept hat uns von Anfang an überzeugt», sagt Beat Schönbächler, Gründer und Inhaber der KST AG. «Es war für uns nicht nur eine Chance, unsere eigenen Produkte einzusetzen, sondern auch eine Möglichkeit, eine innovative Technologie weiterzuentwickeln und damit zu einer sparsameren Gebäuderückkühlung beizutragen.»


«Das Konzept hat uns von Anfang an überzeugt und eine Möglichkeit, die innovative Technologie weiterzuentwickeln und damit zu einer sparsameren Gebäuderückkühlung beizutragen», sagt Beat Schönbächler, Gründer und Inhaber der KST AG. Foto: KST AG
 

Kern der Umsetzung sind 144 drehbare Panels mit Photovoltaik- und Emitter-Modulen: Sie erzeugen tagsüber Energie für den Gebäudebetrieb und geben nachts überschüssige Wärme ab. So wird im Gebäude gespeicherte Wärme gezielt abgeführt – CO₂-frei und nahezu ohne Energieaufwand.

Energiepreis 2025: Anerkennung für Mut und Pioniergeist
Rund sechs Jahre nach der ersten Idee zeigt CoolShift damit, wie Forschung ihren Weg in die Praxis finden kann. Die neunköpfige Energiekommission Einsiedeln hatte es nicht leicht: Trotz starker Konkurrenz fiel die Entscheidung klar zugunsten der innovativen Lösung der KST AG aus.


Bezirksrat und Vorsitzender der Energiekommission Einsiedeln, Jürg Kalbermatten, begrüsst die Gäste aus Forschung, Praxis und Politik anlässlich der Präsentation von CoolShift. Foto: KST AG
 

«Wir haben uns aufgrund des besonders innovativen Ansatzes für CoolShift entschieden», sagte Stefanie Wermelinger, Leiterin des Fachbereichs Umwelt, Energie, Entsorgung und Recycling. Bezirksrat Jürg Kalbermatten lobte im Rahmen der Preisübergabe besonders den Pioniergeist der KST AG: «Mit der Vergabe des Energiepreises 2025 würdigen wir den Mut, diese effiziente Kühltechnologie als erstes Unternehmen zu realisieren.»


Wind und Wetter halten Sandro Patierno, Regierungsrat des Umweltdepartements (rechts), und Peter Inhelder, Amtsvorsteher des Amts für Umwelt und Energie (links), nicht davon ab, die weltweit erstmals realisierte Technologie in Augenschein zu nehmen. Foto: KST AG
 

Auch Beat Schönbächler zeigt sich überzeugt: «In unserem Neubau sparen wir nicht nur Energie, sondern arbeiten im Sommer auch effizienter – den kühlen Temperaturen sei Dank.» 


Setzen sich für zukunftsorientierte Energielösungen ein: Sandro Patierno, Regierungsrat des Umweltdepartements; Prof. Dr. Natasa Vulic sowie Prof. Dr. Ralph Eismann, emeritierter Professor und ursprünglicher Projektinitiator (FHNW); Beat Schönbächler (KST AG) und Jürg Kalbermatten, Bezirksrat Bau, Umwelt, Energie (v.l.n.r.). Foto: KST AG
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