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​Was blüht denn da!?

02.04.2026

Was soll in meinem Garten oder auf meinem Balkon wachsen? Gut wären einheimische Pflanzen, oft sind es aber gebietsfremde Neophyten. Was ist der Unterschied und warum sind einheimische Pflanzen besser?

Pflanzen aus fremden Gebieten (Neophyten)
Neophyten sind Pflanzenarten, die nach dem Jahr 1492 (der «Entdeckung» Amerikas) aus fremden Gebieten eingebracht wurden und sich bei uns angesiedelt haben. Viele davon wurden vor langer Zeit als Zierpflanze in Stadtparks oder privaten Gärten eingeführt, manche gibt es erst seit kurzem in der Schweiz. Nicht alle, aber einige sind invasiv. Das bedeutet, dass sich die Art schnell und auf Kosten einheimischer Pflanzen ausbreitet. Ein vergleichsweises rasantes Wachstum, hohes Verbreitungs- und Fortpflanzungsvermögen, effiziente Abwehrmechanismen und das Fehlen von natürlichen Feinden machen diese Arten zu starken Konkurrenten. In der Schweiz gelten fast 20% der Wildpflanzenarten als gebietsfremd, davon etwa 12% als invasiv.

Mögliche Schäden vermeiden und bekämpfen
Invasive Arten können ökologische, gesundheitliche oder wirtschaftliche Schäden verursachen, deren Bekämpfung mit erheblichen Kosten verbunden ist. Sie stellen eine Gefahr für die einheimische Flora dar, weil sie um Nährstoffe konkurrieren und durch schnelles und dichtes Wachstum Schatten erzeugen, wodurch sie anderen Arten das Licht wegnehmen. Wenn einheimische Arten verdrängt werden verändern sich Flora und Fauna. Manche invasiven Arten sind giftig und können Tier und Mensch schaden. Andere wiederum wurzeln in Wandritzen und können beim Wachsen Gebäude beschädigen. Auch in der Landwirtschaft gibt es Problem mit Äckern, die überwuchern, oder Nützlingen, die fehlen. Um die Verbreitung der ungewollten Pflanzen zu bekämpfen müssen deren Bestände eingedämmt und reduziert werden. Oftmals gelangen Samen von Neophyten aus Privatgärten auf Landwirtschaftsland oder in den Wald, wo sich die Pflanzen schliesslich vermehren und ausbreiten können. Gartenbesitzer haben es in der Hand, die Verbreitung einzuschränken. Neophyten sollten vor der Samenreife aus dem Garten entfernt werden. Dabei ist es wichtig, die Wurzeln ebenfalls zu entfernen und diese mitsamt Samen und Früchten zu entsorgen. In Einsiedeln müssen Neophyten im normalen Verbrennungskehricht entsorgt werden. Dafür können Neophyten-Sammelsäcke bei der Bezirksverwaltung abgeholt werden. Diese Sammelsäcke können gratis der Kehrichttour mitgegeben werden. Weitere Informationen zum Thema Neophyten findet man direkt auf der Website des Bezirks, www.einsiedeln.ch, oder man kann sich wenden an umweltschutz@bezirkeinsiedeln.ch.

Einheimische Pflanzen: Schön, beliebt und wertvoll
Im eigenen Garten sollten einheimische Pflanzen gefördert werden. Diese sind mindestens so schön und pflegeleicht. Einige sind immergrün oder bilden wunderschöne Blüten aus. Gleichzeitig unterstützen sie die hiesige Flora und fördern verschiedenste Tiere, die von den Pflanzen profitieren. Sie bieten Nahrung für Insekten, auch wichtige Gartennützlinge, Vögel und Menschen. Viele einheimische Pflanzen sind essbar und können für gehaltvolle Tees, Frischpflanzen-Tinkturen oder Konfitüre genutzt werden. Altes Wissen kann so neu entdeckt werden.

Sträuchertausch «Einsiedeln blüht auf»
Um Einsiedeln im Kampf gegen die Neophyten zu unterstützen, veranstaltet eine Gruppe Studierender der ETH einen Sträuchertausch auf dem Schädler Entsorgungshof. Am 25. April können Neophyten aus eigenen Gärten dorthin gebracht und dafür kostenlos einheimische Arten nach Auswahl abgeholt werden. Eine Anmeldung bis am 8. April ist erforderlich (Informationen auf der Website).


Landkärtchen auf Zwergholunder © Beat Wermelinger


Landkärtchen auf Zwergholunder © Beat Wermelinger


 
Bezirksverwaltung Einsiedeln
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8840 Einsiedeln
055 418 41 20
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