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Notstromversorgung der relevanten Infrastrukturen

Aktueller Stand

01.12.2025

Die Notstrominseln Furren sowie Holzrüti sind baulich auf Kurs und können nach der Lieferung der Notstromgeneratoren (Januar 2026) und den notwendigen Installationsarbeiten in Betrieb genommen werden.

Die Insel Langrüti (Feuerwehrlokal, Alters- und Pflegeheim Langrüti) steht in Abhängigkeit zum Anbauprojekt des Feuerwehrlokals. Dieses ist jedoch aufgrund von Abklärungen zur Bodenbelastung aktuell zurückgestellt.

Ausgangslage

In der nationalen Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz 2020» des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) stellt eine Strommangellage das grösste Risiko dar. Im Rahmen der Risikoanalyse hat das BABS untersucht, zu welchen Katastrophen und Notlagen es in der Schweiz kommen kann, mit welchen Schäden dabei gerechnet werden muss und wie häufig derartige Schadenereignisse eintreten können. Als drittgrösstes Risiko – nach der Strommangellage und einer Pandemie – wurde ein «Ausfall des Mobilfunks» identifiziert. Weiter ist auf Rang 8 das Risiko «Ausfall Rechenzentrum» zu finden. 

Ursachen für eine Strommangellage können atmosphärische Störungen wie Schnee, Eis, Blitze oder Starkwinde sein, aber auch Baggerschäden, Überlastung von Netzelementen, Sabotageakte, Ungleichgewichte im Energiesystem und Hacker-Angriffe. All diese Ursachen können unterschiedlich lange dauern und eine unterschiedliche regionale Ausbreitung haben. Aus nationaler Sicht besitzt der Bezirk Einsiedeln keine kritische Infrastruktur. Das bedeutet, der Bezirk erhält in einer Strom-mangellage kein spezielles Stromkontingent und ist auf sich alleine gestellt.

Der Bezirksführungsstab hat mit der Sicherheitskommission die für den Bezirk Einsiedeln kritischen Infrastrukturen definiert. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Gesundheitsinstitutionen (Spital, Altersheime), Sicherheitsorganisationen (Feuerwehr, Führungsstandort Holzhof), Infrastrukturanlagen (Wasserversorgung, ARA) sowie die für die Aufrechterhaltung der Notfallkommunikation notwendigen Einrichtungen (Notfalltreffpunkte, Rechenzentrum, Verwaltung). Während die Wasserversorgung und die Notfalltreffpunkte (bezirkseigene Einrichtungen) sowie das Spital Einsiedeln (keine bezirkseigene Einrichtung) bereits mit einer Notstromversorgung ausgerüstet ist, fehlte diese bei den übrigen Institutionen weitgehendst.

Das Ressort Volkswirtschaft Sicherheit hat in der Folge eine Sachvorlage mit drei Notstrominseln ausgearbeitet, welcher die Einsiedler Stimmbevölkerung am 3. März 2024 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 58,5 % zugestimmt hat.

​Notstrominseln

Bei der Ausarbeitung des Projektes hat sich eine «Insellösung» mit drei Notstrominseln als sinnvollste Variante herausgestellt. Damit können die bezirkseigenen relevanten Infrastrukturen abgedeckt werden.

Insel Langrüti
Das Alters- und Pflegeheim Langrüti sowie das Feuerwehrlokal liegen auf dem gleichen Grundstück. Um eine Insellösung zu ermöglichen, muss ein neuer Netzbau getätigt werden. Von der Hauptzuleitung zum Feuerwehrlokal aus wird auch das Alters- und Pflegheim mit Strom versorgt. Der Stromgenerator wird dabei im geplanten Anbau des Feuerwehrlokals platziert. Der Netzausbau kann auch für eine Solaranlage genutzt werden, da hierfür die gleichen Installationen notwendig sind.

Die Feuerwehr kann ihre Einsatzbereitschaft gewährleisten, wenn die wichtigsten Komponenten im Feuerwehrlokal betriebsbereit bleiben. Dazu gehören unter anderem die Alarmierungs- und Kommunikationssysteme, Treibstoffversorgung, Beleuchtung und die Reinigungs- und Unterhaltarbeiten nach Einsätzen. Die aktuell vorhandene interne Notstromversorgung genügt den aktuellen Bedürfnissen nicht mehr.

Für das Alters- und Pflegeheim Langrüti ist eine funktionierende Notstromanlage für einen mehrere Tage dauernden Stromausfall (Black-Out) unerlässlich. Die Grossküche des Altersheims kann zudem für die Notverpflegung der Bevölkerung benutzt werden.

Insel Furren 
Die Versorgung des Einsiedlerhofs sowie der Schulanlagen sind in einer Krisensituation nicht in erster Linie für die Aufrechterhaltung des Verwaltungs- und Schulbetriebs gedacht, sondern zur Erfüllung logistischer und organisatorischer Arbeiten. Im Schulhaus Furren ist das Rechenzentrum untergebracht. Der Bezirk kann so an einem zentralen Standort die Notversorgung der Bevölkerung sicherstellen. In den Turnhallen (Furren, Sporthalle und Brüel) können beheizte Notschlafstellen für Dorf und Viertel angeboten werden. Ebenfalls verfügt die Oberstufenschule Furren über zahlreiche Schulküchen, welche im Falle einer Notlage für die Notverpflegung der Bevölkerung benutzt werden können.

Weiter befindet sich im Schulhaus Brüel eine analoge Funkstation mit entsprechender Antennenanlage. Diese dient der Kommunikation zur Zentrale der Feuerwehr (Langrütistrasse) sowie zur Zentrale des Bezirksführungsstabes im Holzhof. 

Insel Holzrüti
Bei der Abwasserentsorgung werden die im Bezirk verteilten Pumpenstandorte mit mobilen Lösungen (Druckfässer, Saugtankwagen) abgepumpt und zur Kläranlage Holzrüti befördert. Um die Massen zu verarbeiten und den Betrieb sicherzustellen, wird auf dem Areal der ARA in der Holzrüti ein Notstromgenerator installiert.

Wenn die ARA nicht betriebsbereit ist, wird das Abwasser direkt in die Gewässer eingeleitet, was wiederum für das Ökosystem eine grosse Belastung und hohe Schäden zufolge hat. Bei einer Mangellage, in welcher der Stromverbrauch reduziert werden muss, darf die Reinigungsleistung der Abwasserreinigung nicht eigenmächtig durch die ARA-Inhaber reduziert werden. Die Anforderungen an den Gewässerschutz dürfen nur durch den Bundesrat ausser Kraft gesetzt oder reduziert werden.

Weitere relevante Infrastrukturen
Das Spital und das Alters- und Pflegezentrum Gerbe sind keine bezirkseigene Einrichtung. Das Spital verfügt schon seit einiger Zeit über eine eigene Notstromversorgung, das Alters- und Pflegeheim Gerbe hat im Sommer 2025 seinen eigenen Generator in Betrieb genommen.

​Versorgung Viertel

Die im Dorf und den Vierteln eingerichteten Notfalltreffpunkte gelten als Anlaufstelle für die Bevölkerung. Diese Standorte werden bei einem längeren Stromausfall durch die Feuerwehr, das Sanitätsersteinsatzelement und den ortsgebundenen Zivilschutz betreut. Jeder Standort wird mit einem mobilen Notstromaggregat und Funkgeräten beliefert. So wird für die Bevölkerung die Alarmierung von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst auch bei einem Ausfall von Fest- und/oder Mobilnetz sichergestellt. Ebenfalls können von den Notfalltreffpunkten der Viertel aus die Transporte zu den beheizten Notfallunterkünften im Dorf koordiniert werden.

​Investitionskosten

Die Stimmbevölkerung hat der Ausgabenbewilligung von CHF 2'428'000 zugestimmt. Davon entfallen CHF 1'327'000 auf die Spezialfinanzierungen Feuerwehr, ARA und Alters-/Pflegeheim Langrüti bzw. CHF 1'101'000 auf die ordentliche Bezirksrechnung.
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