Herbst

Einsiedlerhof: Projektwettbewerb am Laufen

15.06.2020
Noch bis Mitte Juli haben die Teams Zeit, ihre Beiträge zum Projektwettbewerb Einsiedlerhof einzureichen. Die Freigabe und der Start zum Projektwettbewerb sind Ende Januar 2020 erfolgt. Nach einer Besichtigung der Örtlichkeiten und zwei anonymen Fragerunden sind die drei zugelassenen Bietergemeinschaften, bestehend aus Architektenteams und Investor, jetzt intensiv am Arbeiten.
 
Die Aufgabe ist anspruchsvoll, da es viele Interessen zu berücksichtigen gilt. Zur Verfügung steht eine Fläche von insgesamt rund 4’900m2. Davon gehören 3’707 m2 dem Bezirk Einsiedeln und rund 1’200m2 der Stiftung Jugendkirche. Eine Fläche von anständiger Grösse zwar, das Gelände lässt aber keine weitere Ausdehnung mehr zu. Da die künftigen Nutzungen viele Berührungspunkte aufweisen, schlossen sich die beiden Bauherrschaften zusammen und verfolgen mit dem Wettbewerb ein gemeinsames Projekt.
 
Muss vielen Bedürfnissen gerecht werden
Die neue Überbauung soll einen Mix von verschiedenen Nutzungen zulassen und muss viele Bedürfnisse der Einsiedler Bevölkerung abdecken. Die Wettbewerbsteams haben die Aufgabe, auf dem Areal ein neues Verwaltungsgebäude für den Bezirk, eine neues Pfarreiheim für die Römisch-katholische Kirchgemeinde Einsiedeln sowie ein privates Wohn- und Geschäftshaus zu planen. Das oder die Gebäude müssen sich durch eine hohe architektonische Qualität auszeichnen, aber auch durch ihre Funktionalität überzeugen. Die verschiedenen Aufgaben der Gebäude mit öffentlicher, halböffentlicher und privater Nutzung sollen zudem leicht erkennbar und sinnvoll angeordnet sein.
 
Die aussergewöhnliche Lage
Die Lage neben dem Paracelsuspark und mit direkter Öffnung zum Klosterplatz hin darf sicher als einzigartig bezeichnet werden. Umso mehr erfordern die architektonische Umsetzung, die Gestaltung und die Eingliederung in die Front zum Klosterplatz Gespür und Sensibilität. Nach Westen hin muss zudem ein überzeugender Bezug zur Jugendkirche geschaffen werden. Die verschiedenen Architektenteams zeigten sich bei der Begehung des Einsiedlerhofes tief beeindruckt von der Lage und Ausstrahlung des Ortes, sie äusserten ihre Begeisterung, aber auch ihren Respekt vor der Aufgabe.
 
Der heutige Einsiedlerhof
Der Einsiedlerhof heute, ein trutziges Gebäude, das den Wandel der Zeiten zwar miterlebt, sich ihm aber offensichtlich verweigert hat. Das im Kernbereich über 270-jährige Gebäude gilt schon länger als nicht mehr sanierungsfähig. Dementsprechend wurden in den letzten Jahren nur noch die notwendigsten Reparaturarbeiten ausgeführt. Das macht sich vor allem auch im Innern des Gebäudes bemerkbar. Die Büros sind grösstenteils eng und abgenutzt, sie lassen sich zudem schlecht beheizen. Dennoch werden die Räumlichkeiten im Einsiedlerhof auch heute noch von den Schulen Einsiedeln sowie von der Studien- und Berufsberatung des Kantons stark genutzt. Raum ist knapp und es mangelt an Alternativen. Mit einem Neubau können zum Nutzen der Einsiedler Bevölkerung der seit Jahren benötigte Raum an zentraler Lage geschaffen und Mietlösungen aufgehoben werden. Die Wirtschaftlichkeit der Gesamtüberbauung wird durch den Teilbereich mit den Privatwohnungen und den Geschäftsräumlichkeiten deutlich erhöht.
 
 
Termine und Aussichten
Im September 2019 wurde die Klage einer Bietergemeinschaft, die nicht zum Wettbewerb zugelassen wurde, vom Verwaltungsgericht abgewiesen. Die Klage verzögerte in der Folge das Projekt um ein ganzes Jahr. Bis zum 10. Juli 2020 haben die Projektteams jetzt noch Zeit, ihre Beiträge abzugeben, bis zum 17. Juli müssen sie auch das Modell eingereicht haben. Die formelle Prüfung und die Jurierung der Wettbewerbsbeiträge erfolgen bis Anfang September 2020. Anschliessend wird der Bericht der Jury dem Bezirksrat und dem Kirchenrat zur Genehmigung vorgelegt. Wichtige Beurteilungskriterien für die Projekte, welche aus  dem Wettbewerb hervorgehen, werden unter anderem die architektonische Qualität sowie die Erstellungskosten für das Verwaltungszentrum und das Pfarreiheim sein. Der Wettbewerbssieger wird im November 2020, nach Ablauf der Rekursfrist, bekanntgegeben. Voraussichtlich am 13. Juni 2021 stimmen die Einsiedler und Einsiedlerinnen über den Verkauf des Landes an die Kirchgemeinde und den Investor und über die Erstellung des Gesamtprojektes ab. Die Abstimmung der Kirchgemeinde erfolgt ebenfalls im Juni 2021.
 
 
Einsiedeln, 2. Juni 2020
Bezirkskanzlei Einsiedeln
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