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Neue Wege in der Rehkitzrettung - ​Suche mit Drohnen mit Wärmebildkamera

30.05.2018
Eine kreative Idee in einer sinnvollen Sache wird dieses Jahr erstmals in Einsiedeln umgesetzt. Motiviert durch das Ziel, viel Tierleid zu vermeiden, beschreiten Einsiedler Jäger neue, innovative Wege in der Rehkitzrettung.
 
Es ist ein Drama, das sich jährlich wiederholt. Das Gras auf den Feldern steht schon hoch, die Wetterprognose verspricht warme und trockene Tage. Zeit fürs Mähen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich frisch gesetzte Rehkitze im Feld befinden, ist gross. Mit den immer schneller werdenden Mähmaschinen haben die Tiere kaum mehr die Möglichkeit, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Stark ist auch der Instinkt der Tiere, sich bei drohender Gefahr zunächst einmal tief ins Gras zu drücken.
 
Bereits am ersten Einsatztag 9 Kitze gerettet
Eine Gruppe von Einsiedler Jägern war es ein Anliegen, sich noch stärker in der Rehkitzrettung zu engagieren und suchte nach neuen Wegen und Möglichkeiten. Die Idee, mithilfe von Drohnen mit Wärmebild-Kamera nach Kitzen zu suchen, war erst vor kurzem  entwickelt worden, kam jedoch kaum je zum Einsatz. Mitglieder des Jägervereins Einsiedeln und Umgebung griffen diese Idee auf, sodass jetzt in der Region für die Rehkitzrettung eine entsprechend ausgerüstete Drohne zur Verfügung steht. Bereits bei ihrem allerersten Einsatz konnten neun Kitze mit der Drohne gerettet werden. Skeptischen Stimmen zum Trotz: die Methode funktioniert sehr gut und ist gerade bei grösseren Flächen ideal.
 
Wie wird die Drohne eingesetzt?
Die Drohne überfliegt das Feld in einer Höhe von etwa 30 Metern in einem vorprogrammierten Muster. Damit die Wärmebild-Kamera die verborgenen Kitze erfassen kann, muss sehr früh oder sehr spät am Tag gearbeitet werden. Nur so kann die Kamera den warmen Körper des Kitzes in seiner Umgebung ausmachen. Auf einem sonnenbeschienenen Feld ist dies nicht mehr möglich.
 
Wird ein junges Reh gefunden, markieren Helfer die Stelle mit einem Wimpel und sichern das Jungtier mit einer Holzkiste. Sobald das ganze Feld abgesucht ist, werden die aufgefundenen Kitze sorgfältig mit Handschuhen in die Kiste gelegt (zurzeit auch mit einer Ohrmarke versehen) und vorsichtig an eine geeignete, gut geschützte Stelle gebracht. Die Rehmutter wird ihr Junges innert kurzer Zeit aufsuchen und wegführen.
 
Konventionelle Methoden der Rehkitzrettung
Auch die konventionellen Methoden der Rehkitzrettung haben nach wie vor ihre Berechtigung. Als konventionelle Methoden gelten das Abgehen der Felder zu Fuss, das sogenannte Verblenden der Felder, indem man optischen Marker setzt, um die Rehmütter zu veranlassen, die Jungen aus den Feldern wegzuführen. Als weitere Methode gilt das Anmähen eines Feldes, wobei zunächst nur ein Streifen des Feldes gemäht wird. Dies soll die Rehmütter ebenfalls dazu veranlassen, ihre Jungen andernorts hinzubringen.
 
Jegliche Art der Rehkitzrettung setzt eine intensive Zusammenarbeit und eine gute Absprache zwischen Jägern und Landwirten voraus, wenn sie Erfolg haben soll.

Bis Ende Juni steht täglich eine Einsatzgruppe des Jägervereins Einsiedeln und Umgebung mit Drohnenpilot und Helferteam zur Rehkitzrettung auf Pikett bereit.
 
Der Bezirk Einsiedeln unterstützt die Rehkitzrettung mit Drohne mit einem finanziellen Beitrag und freut sich, dass das Projekt so sgut funktioniert.

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