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​Kindergarten Nordstrasse : Baustopp wegen kritischen Bodenproben

24.04.2018
Mit dem Aushub für das Fundament des Kindergartens Nordstrasse ist Mitte April begonnen worden. Die Bauarbeiten sind jetzt mit sofortiger Wirkung unterbrochen. In einer der standardmässig vorgenommenen Bodenanalysen wurden problematische Substanzen gefunden. Weitere Analysen und Abklärungen sind in einer solchen Situation unumgänglich.
 
Im Vorfeld der Arbeiten hatte nichts auf einen belasteten Standort beim zukünftigen Kindergarten hingewiesen. In den ersten, gesetzlich vorgegebenen Bodenproben, die der Bezirk Einsiedeln bereits vor der Projektphase vornehmen liess, gab es keinerlei Hinweise auf belastende Stoffe. Gefunden wurden lediglich Reste von Ziegeln: in vergangenen Zeiten war es gängige Praxis, mit Bauschutt offene Gräben aufzufüllen.
 
Kurz nach Beginn der Bauarbeiten stiess man unerwartet auf eine weitere künstliche Auffüllung, eine zwei bis drei Meter tiefe Schicht mit Fremdstoffen wie Asche, Schlacke, Teerklumpen, Metallschrott und Farbreste. Diese Fremdstoffe wurden korrekterweise sofort dem kantonalen Amt für Umweltschutz gemeldet. In der Folge wurden weitere Sondierungen und Bodenproben durchgeführt. Die Hälfte der Proben zeigte starke Belastungen an; eine der Proben enthielt Quecksilber und Cyanid.
 
Mit dem Baustopp wurden auch die Sondierlöcher und der eröffnete Leitungsgraben wieder aufgefüllt und versiegelt. Mit der Versiegelung können keine gefährlichen Substanzen nach oben in die Umwelt dringen. Die Baustelle war bereits vor und während der Arbeiten abgeriegelt. Ein Zugang zu den Gräben war nicht möglich. Für die anwesenden Personen, die Schüler und Schülerinnen, die Lehrpersonen und Eltern bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung.
 
Die Experten der auf Altlasten spezialisierten Firma, der Dr. Heinrich Jäckli AG, beurteilen  die Situation als „unüblich und sehr selten“. Zurzeit ist eine umfassende, genaue Beurteilung des Sanierungsbedarfes noch nicht möglich. Weitere, umfangreiche Abklärungen werden nötig sein, um die Situation sicher und einwandfrei abzuklären. Offen ist ebenfalls, um wieviel belastetes Material es sich dabei effektiv handelt und wie und wann dieses Material an diesen Standort kam.
Der Bezirk Einsiedeln bedauert diese unerwarteten und unglücklichen Umstände und die damit einhergehende Verzögerung des Baubeginns des Kindergartens. Um die Sicherheit aller zu gewährleisten lässt die gegenwärtige Situation jedoch keine Kompromisse zu.
Das Amt für Umweltschutz entscheidet, wann und ob die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden können.
Im Moment ist davon auszugehen, dass das neue Kindergartengebäude im Herbst nicht bezogen werden kann. Gegenwärtig wird nach Ersatzlösungen gesucht.
 
 
Einsiedeln, 23. April 2018
Bezirkskanzlei Einsiedeln
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