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Im Zeichen des Wandels – 27 Jahre für die Abteilung Soziales und Gesundheit

23.03.2018
Im Zeichen des Wandels – 27 Jahre für die Abteilung Soziales und Gesundheit
Kleine Hommage an Alois Oberholzer zur Pensionierung
 
Und plötzlich ist er doch da, jener Tag, der in jungen Jahren so unerreichbar und unwirklich scheint. Für Alois Oberholzer, Leiter der Abteilung Soziales und Gesundheit im Bezirk Einsiedeln, ist es heute dieser eine, letzte Arbeitstag. Unwirklich erscheint er ihm wohl noch immer.
 
1991, nach etlichen Jahren im Dienste der Kantonspolizei Schwyz, trat Alois Oberholzer als Amtsvormund in die Verwaltung des Bezirks Einsiedeln ein. 1998 wurde ihm nebst der Amtsvormundschaft die Leitung der Abteilung Soziales und Gesundheit übertragen. In den letzten 20 Jahren galt sein volles Engagement der Leitung dieser Abteilung. Eine lange Zeit, reich an Erfahrungen. Eine Zeit aber auch, in der sich im Sozialwesen so vieles so grundlegend gewandelt hat.
 
Kein Tag wie der andere
Alois Oberholzer hat im Laufe seines Arbeitslebens die Nöte der Menschen kennen gelernt, kein Schicksal gleicht dem anderen. Seine Arbeitstage empfand er denn auch nie als eintönig. Kaum eine Frage zu Lebensführung und Alltag, die ihm im Rahmen des Sozial- und Beratungsdienstes nicht schon gestellt worden wäre - zu Schulden, Scheidung oder Sozialversicherungen, zur Wohnungssuche, zum Alter, zu Gesundheits- oder Suchtproblemen. Kaum eine Aufgabe des Flüchtlings- und Asylwesens, die er nicht hätte lösen müssen. Er hat gern gearbeitet, wie er betont. Immer wieder galt es, die beste und passendste Lösung zu finden für Menschen in schwierigen Situationen, ihnen Perspektiven zu zeigen, übertriebene Erwartungen zu dämpfen.
 
Achtung vor dem Andersdenkenden
Diese Aufgaben sind keineswegs immer einfach, belastend manchmal auch, oder enttäuschend, wenn alle Bemühungen im Sand verlaufen und der Erfolg sich nicht einstellen will. Alois Oberholzer schöpfte immer wieder Kraft aus den guten Momenten, dann etwa, wenn einem jungen Flüchtling eine Lehrstelle vermittelt werden konnte oder eine arbeitslose Person endlich wieder eine geregelte Arbeit fand. Oberster Leitsatz war für Alois immer die Achtung vor dem Andersdenkenden, aus einer tiefen inneren Überzeugung heraus. „Eine positive, humanistische Lebenshaltung hat mir bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben weitergeholfen“, meint er. Ideologisch vereinnahmen lassen wollte er sich nie. Wer immer mit ihm zu tun hatte, Ratsuchende oder Mitarbeitende, spürte und schätzte seine positive Kraft.
 
Entwicklung der Abteilung Gesundheit und Soziales
Heute prägen klare Abläufe und Richtlinien die Arbeitsweise in der Abteilung Soziales und Gesundheit. Der Umgang mit den rat- und hilfesuchenden Personen muss detailliert geregelt sein, um eine möglichst gerechte und passende Unterstützung zu gewährleisten. Immer stärker werden auch Bemühungen, die Menschen über Anreiz-Systeme zu mehr Eigenverantwortung zu veranlassen. Bund und Kanton verlangen Rechenschaft über die ausgegebenen Gelder und die Öffentlichkeit darf Transparenz erwarten.
Unvergessen bleiben Alois Oberholzer jene Jahre in den Anfängen, als alles noch nicht so klar reglementiert war und es noch nicht so viele Institutionen und Betreuungsangebote gab. Die Aufgaben verlangten eine gute Portion Einzelkämpfertum. Nicht selten umfasste die Arbeit damals auch Einsätze in der Nacht oder selbst das Organisieren einer Beerdigung vom Feriendomizil aus. Doch niemand möchte das Rad der Zeit zurückdrehen. 
Alois Oberholzer hat diese Jahrzehnte des Wandels in der Sozialabteilung entscheidend mitgeprägt und engagierte sich stark beim Aufbau der neuen Strukturen.
 
Gesellschaftspolitischer Wandel
Anhand der Sozialhilfe- und Flüchtlingszahlen lässt sich immer auch der gesellschaftliche und politische Wandel der Zeit ablesen. Arbeitsintegration ist und bleibt ein zentrales Anliegen der Abteilung Soziales und Gesundheit. Die heutige, sehr stark auf Leistung und Gewinn ausgerichtete Arbeitswelt, erträgt kaum mehr Mitarbeitende mit einer gewissen Einschränkung. „Damit wird es immer schwieriger, für nicht ganz gesellschaftskonforme Personen eine Arbeitsstelle zu finden“, eine Entwicklung, die Alois Oberholzer noch an seinen letzten Arbeitstagen beschäftigt und beunruhigt. Man merkt es deutlich, hier hat jemand mitgedacht, mitgezogen und sich aus vollem Herzen engagiert.
 
 
Bezirksrat Gerhard Villiger
Einsiedeln, 14. März 2018
 
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