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Kultur und Freizeit

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24 Viertel: Bennau, Egg, Willerzell, Euthal, Gross, Trachslau und Binzen

Eine Analogie zu den Quartieren im Dorf sind die Viertel im Bezirk. Die Ortschaften Bennau, Egg, Willerzell, Euthal, Gross und Trachslau - alle mit Schule für die Unterstufe und Kirche - bilden zusammen mit dem nächsten Dorfumkreis (Binzen) die sieben Viertel. Sie werden so erstmals im Waldstattbuch von 1572 genannt und bedeuten keineswegs einen mathematischen Begriff, sondern bezeichnen Fraktionen. Man kennt Viertel im gleichen Sinn auch im Alten Land Schwyz, wo man ebenfalls weniger eine Örtlichkeit, denn ein genau umgrenztes Gebiet meint. In neuerer Zeit wurden verschiedene Schulhäuser renoviert oder neu erstellt und mit Räumlichkeiten ausgestattet, die den Viertelsbewohnern ein eigenständiges Lebensgefühl in einer überschaubaren Umgebung garantiert.

Bennau

Die älteste Form Bennowa stammt aus dem Jahre 1331. Bedeutung: Bennos Au (Au = Wiese). Benno war Domherr in Strassburg und Bischof von Metz. Er zog sich später in den «Finstern Wald» bei der ehemaligen Meinradszelle zurück, wo er 940 starb. Das Dorf Bennau liegt oberhalb des SOB-Eisenbahnknotenpunktes Biberbrugg. Einwohner: 1'050 (2005). 
Bennau21

Egg

Früheste Erwähnung im Jahre 1331 («Egga»). Egg bedeutet nicht nur Ecke, sondern auch «Winkel, Kante, Wasserscheide». Vermutlich so genannt, weil die Sihl in dieser Gegend auf eine tiefere Talstufe gelangt, ihre Nordrichtung aufgibt und nach Westen abfliesst. Hiess früher «Untersyten». Berühmt ist die «Tüfelsbrugg», in deren Nähe Paracelsus 1493 geboren wurde. Egg liegt am Fusse des Etzels. Völkerschaften aller europäischen Länder pilgerten hier vorbei. Einwohner: 520 (2005). 
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Willerzell

In einem Spruchbrief 1319 wird «Willercella» fassbar und wird 1331 als «Willercella» wiederum erwähnt. Der zweite Wortteil weist auf Zelle / Klause hin, was auf Waldbrüder hinweist. Deshalb
auch Namen wie: «Brudergut», «Bruderhöfli», «Bruderhaus». Der erste Wortteil «Villa» kann als Weiler aufgefasst werden. Willerzell, wegen guten Gedeihens der Beeren scherzhaft auch «Sirupviertel» genannt, bildet den Brückenkopf des grossen Sihlseeviaduktes. Einwohner: 880 (2005). 
Willerzell

Gross

Der älteste aller Viertelnamen, als «Obergross» schon 1301 greifbar. 1331 erscheint erstmals die Bezeichnung «Grossewisa», bei der grossen Wiese. Volkstümlich wird der Name auch als beim «grossen Tannenwald» gedeutet, wohl auch im Gegensatz zum «Dick» (Dickicht), weiter südlich. Von den Zuflüssen in die Sihl auf Einsiedler Gebiet hat der «Grossbach» als einziger über 10 km2 Einzugsgebiet; der Name könnte also auch vom Bach herstammen. Man beachte auch die Namen «Grossgrund» und «Grosser Ruus» (Runse, zu: rinnen) für das Amseltal. Gross ist ebenfalls ein idyllisch gelegenes Sihlseedorf. Einwohner: 1230 (2005). 
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Euthal

Erstmals 1331 als «Oeutal» erwähnt. «Eu» ist zu «Aue, Auwe, Oi, Ei», das heisst Gelände am Wasser, wässriges Wiesland, zu stellen. Damit hängen auch die Namen «Eubach» und «Aubrig» (Berg mit Wiesen) zusammen. Gleiche Wortteile stecken auch in Au (Frauenkloster), Trachslau, Gau (Land am Wasserlauf) usw. Euthal liegt am Ende des hinteren Sihlseeviaduktes und dient als Eingangspforte ins Ybrig. Einwohner: 630 (2005). 
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Trachslau

1331 erstmals als «Trechsellun» aufgeführt. Es bedeutet Konrad Trachsels Au. Trachsel gehörte zu jenen Schwyzer Geschlechtern, die sich während des Marchenstreites bei den nahen Klosterbesitzungen niederliessen, wie z. B., die Blum vergl. «Blümenen», Zum Brunnen «Brunnern», die Hunn «Hundwileren», Kätzi «Katzenstrick» und «Kätzerboden». usw. Wer von Einsiedeln aus auf die Holzegg will, kommt an Trachslau vorbei, denn es ziert das Tal der Alp. Einwohner: 850 (2005). 
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Binzen

Von Binsengräsern bewachsenes Land rund um das Dorf Einsiedeln. Dazu gehörten die Wäni, die Langrüti (Dorf), Ennet der Alp, Dümpfeln, Riet, Rotenbach, Kobiboden, Blatten, Horgenberg, Waldweg, Roblosen, Hüendermatt, Hermanneren, Guggus, Birchli und Gandschachenmatte (Gross). Im Jahre 1708 wird Binzen erstmals als eigenes Viertel aufgeführt. 1835 war es mit 665 Seelen und 80 Häusern ausser dem Dorf Einsiedeln das bevölkerungsreichste Viertel. Binzen war eingeteilt in Oberbinzen (das ganze Gebiet östlich der Alp bis an die Sihl) und Unterbinzen (das Land westlich der Alp mit der Langrüti und Wäni). 1849 wurde die Genossame Binzen mit dem Dorf verschmolzen; darum der heutige Name «Genossame Dorf-Binzen». Als eigentlicher Viertel ist Binzen heute nicht mehr gegenwärtig, sondern stellt mit dem Dorf Einsiedeln eine Einheit dar. ©
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