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Kultur und Freizeit

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15 Die Jahrhunderte der grossen Baukunst

Wurde im 16. Jahrhundert, nach dem Niedergang, die klösterliche Zucht und das monastische Leben wiederhergestellt, so brachten das 17. / 18. Jahrhundert neben dem Aufleben der Wallfahrt herrlichste Werke der Kunst und Kultur hervor. 

Die grösste Schöpfung jener Zeit ist der heutige Kloster- und Kirchenbau. Das gotische Münster wurde niedergelegt. Ein Neubau, der in wesentlichen Teilen auf die Ideen des Laienbruders Caspar Moosbrugger (1656-1723) aus Au, Vorarlberg, zurückgeht, wurde in Angriff genommen. Süddeutsche und oberitalienische Meister, Maler, Freskanten und Stuckateure wetteiferten in der Ausstattung des Gotteshauses. 1718 war das Klosterviereck vollendet, 1735 konnte die Kirche geweiht werden. Es dauerte zusätzlich an die 60 Jahre, bis der südliche Klosterabschluss mit seinen Ökonomiegebäuden und Pferdestallungen fertiggestellt war. Diese klösterlichen Bauteile gehen in Bezug auf die Architektur zurück auf den Klosterbruder Kaspar Braun, der, wie sein Namensvetter Moosbrugger, aus dem Bregenzerwald stammte. So entstand in jahrelanger Arbeit ein Bau, wie es in ähnlicher Grösse und Geschlossenheit keinen in der Eidgenossenschaft gibt.

1975 wurde mit einer umfassenden Restauration des Kirchenraumes begonnen, die 1996 ihre Vollendung fand. Das Ziel dieser Arbeiten war die ästhetische Rückführung des Kirchenraumes in die Zeit seiner Entstehung. Konkret bedeutete dies unter anderem die Entfernung der im 19. Jahrhundert an die weissen Wände und Pilaster angebrachten Stuckaturen. Ebenfalls wurden die dunklen Farben der Kapitelle und in den Bereichen der Decken zu Gunsten eines hellen farbigen Eindrucks (rosa, grün, ocker) der originalen Farbgebung von 1735 angeglichen. Der vor der Restauration eher «schwer» wirkende Kirchenraum erhielt durch diese Arbeiten (Kosten etwa 40 Mio. Franken) seinen barocken Eindruck lichtdurchfluteter Leichtigkeit zurück.

Die Eidgenossenschaft, der Kanton Schwyz, der Bezirk Einsiedeln und viele ungenannte Gönner trugen mit ihren Beiträgen und Spenden zur Erhaltung einer der bedeutendsten Kulturstätten Mitteleuropas bei. Die Schweizerische Gesellschaft für Kunstdenkmäler brachte 2003 den hundertsten Band ihrer Buchreihe heraus. Dieser, geschaffen von Werner Oechslin und seiner Frau Anja Buschow Oechslin, vereint die neusten Forschungsresultate in Bezug auf den barocken Klosterbau und das Dorf. In interdisziplinärer Weise wird ein hervorragender Blick auf die komplizierte Baugeschichte der barocken Klosteranlage sowie die repräsentativen Teile des Dorfes geworfen. ©

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