Kultur und Freizeit

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13 An der Schwelle des Mittelalters zur Neuzeit

Im Mittelalter war es strenge Übung, keinen Mönch ohne adeligen Abstammungsnachweis ins Kloster aufzunehmen. Albrecht von Bonstetten († 1502), einer der bedeutendsten Humanisten der Eidgenossenschaft, klagte, das Kloster sei lediglich Versorgungsstätte nachgeborener Söhne adeliger Eltern, die wenig Neigung zum Mönchtum hätten. Die Zahl der Mönche sank immer mehr, einzelne Klosterämter wurden gleichsam als Pfründen aufgeteilt. Damit verschlechterte sich die finanzielle Lage des Gotteshauses, das zu allem Unglück noch 1465 und 1509 schwere Brände zu erleiden hatte. Dabei nahm auch das Dorf Schaden. 

Seit 1510 lebte neben dem Abt, Konrad von Hohenrechberg (1480 – 1526), nur mehr ein Mönch im Gotteshaus: Diebold von Geroldseck († 1531) der als Pfleger eingesetzt war. Zur Betreuung des Chorgebetes und der Seelsorge mussten Abt und Pfleger Weltgeistliche berufen. So kam 1516 Ulrich Zwingli als Leutpriester nach Einsiedeln. Wenn er auch nur zwei Jahre hier verbrachte, war sein Einfluss durch Predigt und Lebenswandel derart, dass zeitgenössische Chronisten über die religiös-sittlichen Zustände in Einsiedeln Klage führen mussten. Geroldseck fiel 1531 mit seinem Freund Zwingli bei Kappel. Als Abt Konrad 1526 auf seine Abtei resignierte – er starb bald danach – holten die Schwyzer Ludwig Blarer, Dekan in St. Gallen, als Abt (1526 – 1544) nach Einsiedeln. Ihm und seinem Nachfolger, Joachim Eichhorn (1544 – 1569), ist es zu verdanken, dass das Benediktinerkloster U. L. Frau wieder erstarkte und neuer Blüte entgegenging. ©
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