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Geschichte

Die Geschichtsdaten auf dieser Seite wurden aus dem Buch Waldstatt Einsiedeln übernommen. Dieses Buch können Sie für Fr. 25.00 bei der Bezirkskanzlei oder beim Einwohneramt beziehen.
Beinahe alle erdgeschichtlichen Zeiträume haben im Einzugsgebiet der Sihl ihre Spuren hinterlassen. Der Wanderer, welcher vom Etzel im Norden gegen die Bergkette Mythen-Drusberg im Süden schreitet, trifft zum Beispiel auf der Ibergeregg auf versteinerten Meerschlamm, der im Urmeer abgelagert worden war, ehe es einen Atlantischen Ozean gab. Aus der Triasepoche findet er bunte Mergel, Sandsteine und Dolomit, die am Grossen Schijen, in der Mördergruebi und am Roggenstock auftreten (Gemeinden Ober- und Unteriberg)
Bis heute hat man angenommen, dass das Hochtal zwischen Etzel und Mythen bis ins 9. Jahrhundert unbewohnt war. Es wurden bisher auch ganz wenige Relikte aus der Bronzezeit gefunden, die von Jägern aus dem Zürichseegebiet verloren gingen.
Der erste Bewohner des Hochtales, das man lange Zeit als den Finstern Wald bezeichnete, war der Reichenauermönch Meginrat. Über ihn geben verschiedene Lebensbeschreibungen Auskunft, wie etwa die «Vita sive passio vener-abilis heremitae Meginrati», welche ein Reichenauer-Konventuale kurz nach des Heiligen Tod auf-gezeichnet hat.
Bis zur Französischen Revolution hängt die Geschichte des Dorfes und des Bezirkes weitgehend mit jener des Klosters zusammen. ©
Etwa 40 Jahre nach Meinrads Tod kam der Strassburger Domherr Benno in den Finstern Wald.
Die Chronik Hermann des Lahmen von der Reichenau meldet kurz für das Jahr 934: «Eberhardus pater venit cum magno apparatu – Eberhard, der Vater, kommt mit grossem Gefolge und Ausrüstung».
Am 14. September 948 konnte der hl. Konrad von Konstanz (Bischof 934 – 975) die Klosterkirche weihen.
Das junge Kloster durfte sich der Gunst der Fürsten und Kaiser erfreuen, vor allem der Ottonen.
Unter Eberhards Nachfolgern erlebte Einsiedeln seine erste grosse Blütezeit.
Schwerwiegendere Folgen hatte der unter Abt Gero (1101 – 1122) einsetzende Marchenstreit mit den Schwyzern. Die Schenkung Heinrich II. von 1018 hatte für Einsiedeln verhängnisvolle Folgen. Der Kaiser hatte, gemäss damaligem Recht, unbewohntes und unbestelltes Land, der Krone zu eigen, verschenken können, damit es bewirtschaftet werde. Im 12. Jahrhundert mussten die Landleute von Schwyz, weil eine vermehrte Nutzung des Talbodens der Muota nicht mehr möglich war, ihr Vieh über die nördliche Wasserscheide zur Sömmerung treiben. So kamen sie auf Einsiedler Besitz.
Trotz des Urteils von 1217 hielten die Überfälle der Landleute auf Einsiedlergebiet an, wie der Klagrodel von 1311 ausweist. Sie kehrten sich weder um Bann und Interdikt noch um die Versöhnungsversuche der Zürcher. Der Hass stieg derart an, dass sie vom 6. auf den 7. Januar 1314 das Kloster und die Waldstatt überfielen. Die Mönche wurden gefangen genommen und nach Schwyz geführt, den Einsiedlern raubten sie das Vieh.
Der Abt, gleichzeitig Reichs- und Kirchenfürst, konnte dem Hochgericht (Blutbann) nicht selber vorstehen und viele mit der Reichsabtei verbundene Aufgaben (Kriegs- und Waffendienst) nicht wahrnehmen. Um dem Kloster den weltlichen Arm zu leihen, das Recht zu weisen und es vor Gericht und Feinden zu verteidigen, setzte der Fürstabt Kast- und Schirmvögte ein, zuerst die Nellenburger, dann die Rapperswiler, bis das Amt erbweise an die Habsburger kam.
Im Mittelalter war es strenge Übung, keinen Mönch ohne adeligen Abstammungsnachweis ins Kloster aufzunehmen. Albrecht von Bonstetten († 1502), einer der bedeutendsten Humanisten der Eidgenossenschaft, klagte, das Kloster sei lediglich Versorgungsstätte nachgeborener Söhne adeliger Eltern, die wenig Neigung zum Mönchtum hätten. Die Zahl der Mönche sank immer mehr, einzelne Klosterämter wurden gleichsam als Pfründen aufgeteilt. Damit verschlechterte sich die finanzielle Lage des Gotteshauses, das zu allem Unglück noch 1465 und 1509 schwere Brände zu erleiden hatte. Dabei nahm auch das Dorf Schaden.
Paracelsus - eigentlich Theophrastus Bombastus Aureolus, Philippus von Hohenheim - wurde 1493 oder Anfang 1494 in Einsiedeln geboren. Seine Mutter war ortsansässige Einsiedlerin, der Vater ein zugereister Arzt aus der Nähe des heutigen Stuttgart, welcher den Knaben nach dem Tod der Mutter 1502 nach Villach (Österreich) in sein neues ärztliches Arbeitsgebiet mitnahm.
Wurde im 16. Jahrhundert, nach dem Niedergang, die klösterliche Zucht und das monastische Leben wiederhergestellt, so brachten das 17. / 18. Jahrhundert neben dem Aufleben der Wallfahrt herrlichste Werke der Kunst und Kultur hervor.
Gemäss ihm zustehendem Recht und geltender Ordnung konnte der Abt Ehehaften (Bäckerei, Mühlen, Tavernen usw.) sowie die Bewilligung zur Ausübung verschiedener Gewerbe erteilen oder einschränken. Abt Nikolaus Imfeld (1734 – 1773) ordnete an, dass ein Waldmann gleichzeitig nur zwei Gewerbe ausüben dürfe.
Von Frankreich her drangen gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Ideen politischer Neuerungen in die Eidgenossenschaft. Freiheitliche Gedanken machten sich breit, Untertanengebiete kündeten der Obrigkeit den Gehorsam auf. Die Tagsatzung war unfähig, etwas gegen die Neuerungen zu Unternehmen. Bern wurde von den französischen Truppen angegriffen. Die Einsiedler hatten Hilfgruppen zu stellen.
Am 5. Januar 1804 wurde Einsiedeln ein schwyzerischer Bezirk. Das ehemalige Alte Land beanspruchte für sich aber Vorrechte, welche die Souveränität der neuen Bezirke arg beschnitten. Diese mussten sich, wenn auch verbittert und eigener staatlicher Verwaltung noch unfähig und wenig erfahren, mit den Nachteilen bereit erklären.
Es mag für die Heutigen, deren Leben durch Bundes- und Kantonsgesetze genau geregelt ist, interessant sein zu vernehmen, nach welchen Grundsätzen und Rechtsnormen in der alten Waldstatt Tun und Handeln geordnet waren.
Der schwyzerische Geschichtsschreiber Thomas Fassbind hatte nicht Unrecht, wenn er zu Beginn des 19. Jahrhunderts schrieb, die Einsiedler seien «ein von allerlei Ländern zusammengeloffenes Volk, ursprünglich Elsässer, von den Äbten an- und aufgenommen». Man kann in den Gefolgsleuten Eberhards im Jahre 934 die ersten Einwohner erblicken; sie kamen aus der Gegend von Strassburg. Im Elsass hatte das Kloster schon früh Besitzungen, so zu Sirenz und Riegel, wo 1289 ein Keheli – vielleicht ein Vorfahre der heutigen Kälin – Zinsen zu bezahlen hatte.
Älteste Formen: Einsiedeln (979, 1073), Einsiedeln, Einsidla.
Der Einsiedler Dialekt ist ein Teil des Alemannischen. Man kann mit ihm auf unnachahmliche Weise sowohl der echten Fröhlichkeit als der tiefen Trauer Ausdruck geben.
Um das Dorf Einsiedeln, das erst 1073 unter dieser deutschen Bezeichnung aufscheint, haben sich neben den Streusiedlungen im Hochtal einzelne Dörfer entwickelt.
Eine Analogie zu den Quartieren im Dorf sind die Viertel im Bezirk. Die Ortschaften Bennau, Egg, Willerzell, Euthal, Gross und Trachslau – alle mit Schule für die Unterstufe und Kirche – bilden zusammen mit dem nächsten Dorfumkreis (Binzen) die sieben Viertel. Sie werden so erstmals im Waldstattbuch von 1572 genannt und bedeuten keineswegs einen mathematischen Begriff, sondern bezeichnen Fraktionen. Man kennt Viertel im gleichen Sinn auch im Alten Land Schwyz, wo man ebenfalls weniger eine Örtlichkeit, denn ein genau umgrenztes Gebiet meint. In neuerer Zeit wurden verschiedene Schulhäuser renoviert oder neu erstellt und mit Räumlichkeiten ausgestattet, die den Viertelsbewohnern ein eigenständiges Lebensgefühl in einer überschaubaren Umgebung garantiert.
Den vorausgehenden Darlegungen ist zu entnehmen, dass das Kloster Einsiedeln von Kaisern und Fürsten das Gebiet des Hochtals der Sihl und Alp geschenkt erhielt. Die Mönche rodeten zusammen mit ihren Gefolgsleuten den Wald und machten das Tal urbar, so dass es genutzt werden konnte.
Wie sich die Lichtstrahlen in einem Brennglas sammeln, so treffen sich von allen Richtungen der Windrose die Strassen auf dem Platz vor der Klosterkirche. Im Laufe der Jahrhunderte sind die ursprünglichen Fusspfade und Pilgerwege zu Strassen geworden.
Johann Wolfgang Goethe hat auf der Schweizerreise 1797 in seinem Tagebuch vermerkt, dass die Wasser der Sihl bei Schindellegi «zur Wässerung und Werken in die unterhalb liegende Gegend» geleitet werden sollten, «ein Unternehmen, das freilich in einem demokratischen Kanton und bei der Kompliziertheit der Grundstücke, die es betreffen würde, nicht denkbar ist». Und doch wurde viel später diese Idee - wenn auch in abgeänderter Weise - Tatsache.
Der Abt des Klosters hat seit eh und je die Einwohner des Klostergebietes - später des Bezirkes Einsiedeln - durch seine Konventualen seelsorglich betreuen lassen. Zur Zeit des Niedergangs haben Weltgeistliche, Leutpriester, im Auftrag des Klosters diese Aufgabe übernommen. Die Pfarrei Einsiedeln entstand demnach als Patronatspfarrei. Einsiedeln besitzt rechtlich nur eine Pfarrei. Die Pfarrvikariate der einzelnen Viertel unterstehen dem Pfarrer von Einsiedeln. Auch eine eigentliche Pfarrkirche kennt Einsiedeln nicht.
Im frühen Mittelalter lebten in einiger Entfernung vom Benediktinerkloster sowohl Waldbrüder als Waldschwestern. Flurnamen erinnern noch an diese Eremiten, wie das Bruderhöfli in Willerzell. Der Name dieses Viertels geht ebenfalls auf Waldbrüder zurück.
Der Bezirk Einsiedeln verfügt über ein gutes Schulsystem. Das Angebot der Volksschule umfasst: Kindergarten, Primarschule, Orientierungsschule oder Untergymnasium /Gymnasium. Einsiedeln Dorf umfasst vier Primarschulhäuser, in denen von der ersten bis und mit der sechsten Klasse unterrichtet wird.
In neuerer Zeit wird das Sternsingen wieder aufgenommen. Schulkinder werden um Drei Königen herum ausgesandt, verkleidet als die Heiligen Drei Könige.
Ende der «unheimlichen zwölf Nächte» ist der Dreikönigstag. Gegen Abend treicheln und läuten die Burschen die Fasnacht ein. Es beginnt die wohl übermütigste Zeit des ganzen Jahres.
Der Agathatag, einst ein Lostag bei der Bauernsame, bringt gesegnetes Brot auf den Tisch. Es soll vor Feuer und Heimweh schützen.
Am Palmsonntag bringen viele Gläubige Buchs- und Palmzweige zur kirchlichen Weihe. Die geweihten Zweige werden dann hinter das Stubenkreuz gesteckt oder im Estrich hinter den Dachrafen aufbewahrt.
Nach dem furchtbaren Dorfbrand von 1577 verordnete der Abt, dass am Sonntag nach St. Georg die in der Klosterkirche aufbewahrten Reliquien in einer Prozession ins Dorf hinuntergetragen werden sollten.
Um den Tag St. Johann Baptista machen die Einsiedler einen Bittgang auf den Etzel. Dieser Brauch war ursprünglich eine Erinnerung an die Schlacht im Alten Zürichkrieg von 1439 und führte auf den Hochetzel, wo eine hölzerne Schlachtkapelle stand.
Die Erinnerung an die Weihe der Klosterkirche, die gleichzeitig Pfarrkirche der Einsiedler ist (1735), wird am 2. Mai (Kreuzauffindung) in rein kirchlicher Weise begangen. Hingegen ist immer am letzten Sonntag im August vor St. Verena und die beiden folgenden Tage in Einsiedeln Chilbi. Auf dem Areal des Brüelschulhauses wird ein eindrücklicher Vergnügungspark aufgebaut.
Der 14. September, Erinnerungstag an die Weihe der Gnadenkapelle und Klosterkirche von 948, ist das hervorragendste Fest im Einsiedler Brauchtumskalender.
Die Bräuche um St. Nikolaus und Weihnachten unterscheiden sich nicht stark von anderen Orten.
In Einsiedeln kennt man - mehr als an anderen Orten - bestimmte Festtage
Typische Einsiedler Spezialitäten sind der Rosoli, ein Getränk, und der Meginrat, ein Likör, hergestellt nach altem Klosterrezept. Nur in Einsiedeln ist das «Ofenturli» bekannt, ein Kartoffelkuchen mit viel Käse, Eiern und Zwiebeln. Überhaupt versteht man es in Einsiedeln, aus Kartoffeln die vielfältigsten Speisen herzustellen. Die «Gumel» waren über zwei Jahrhunderte hinweg die bevorzugte Speise, die täglich mehrmals und immer wieder anders auf den Tisch kam.
Am 9. März 1857 hat der Kantonsrat auf Antrag des Regierungsrates die erste Verordnung über die Förderung und Veredelung der Viehzucht, als Haupterwerbsquelle des Landes erlassen. Zu diesem Zwecke wurde die alljährliche Abhaltung von Viehausstellungen verbunden mit einem Markt auf den Plätzen Schwyz, Lachen und Einsiedeln eingeführt. Total wurden an der Austragung der ersten Ausstellung im Herbst 1857 auf den drei verschiedenen Plätzen 405 Tiere ausgestellt.
Der Regierungsrat bezweckte mit den Bezirksviehausstellungen die Förderung des Viehabsat-zes. Eine wichtige Bedeutung hatte aber seit Beginn der Ausstellungen die Zuchtförderung. Die erste offizielle Beschreibung des Rassenstandards des Schwyzer Viehs ist in der regierungsrätlichen Verordnung betreffend die Viehausstellung vom 28. August 1869 enthalten. Von der Behörde wurde damals bewusst eine von den Züchtern schon vorher angestrebte Vereinheitlichung der Rasse gefördert.
Die Einsiedler kennen eine Vielfalt von Trachten; es ist die überlieferte Kleidung aus alter Zeit.
Wahrlich, das kann man von Einsiedeln getrost behaupten. Aus dem Kulturleben der Einsiedler ist das Theaterspielen nicht weg zu denken. Liturgische Spiele (Oster- und Weihnachtsspiele) sind seit den ältesten Zeiten in Einsiedeln bekannt. Nach dem von den Waldleuten 1576 aufgeführten Meinradsspiel von Felix Büchser erlebte die Theaterpflege im Zeitalter des Barocks eine hohe Blüte. Konventualen des Klosters setzten an kirchlichen Festtagen aufwändige Spiele in Szene, die teils vor dem Kloster, teils auf dem Brüel zur Aufführung gelangten. Dabei wurden alle nur möglichen Theatereffekte eingesetzt: Blitz und Donner, Seeschlachten, kriegerische Kämpfe, Licht und Musik. Die Prozessionen wurden zu wesentlichen Teilen der Aufführungen, die manchmal in pompösen Verherrlichungen auf das Altarssakrament oder Maria ausmündeten.
Mit dem Aufkommen der Wallfahrt im 11. / 12. Jahrhundert wurde es notwendig, dass die Waldleute den Pilgern Herbergen offen hielten und für Speis und Trank besorgt waren. Das Recht zum Wirten erteilte der Abt. Nur wem das Tavernenrecht zuerkannt war, durfte ein Schild aushängen und Wallfahrer beherbergen. Anderen war es erlaubt, Wein mit einem Stücklein Brot zu verkaufen.
Einige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das Bild des herkömmlichen Wallfahrtstourismus. Wohl ist die Wallfahrt nach wie vor einer der Hauptpfeiler der lokalen Volkswirtschaft. Unzählige Betriebe aller Branchen und deren Arbeitnehmer sind von diesem wichtigen Wirtschaftszweig unmittelbar betroffen. Brachten früher lange Eisenbahnzüge die vielen Pilger nach Einsiedeln, sind es heute Reisebusse und unzählige Privatautos, welche die Hunderttausende von Besuchern nach Einsiedeln transportieren.
Die voralpine Landschaft, zusammen mit dem Sihlsee, bilden ausgezeichnete Voraussetzungen, um sich der aktiven Musse hinzugeben. Dies wurde auch von der Bevölkerung der Agglomeration Zürich entdeckt, die unser Hochtal als Naherholungsgebiet nutzt.
Über die erste Klosterkirche, 948 geweiht, weiss man wenig. Der nach dem Brand von 1028 erstellte Kirchenbau bildete die Grenzen für die späteren Münster, sowohl des romanischen wie des gotischen. Das Gotteshaus bestand bis zum Barock aus zwei Teilen: dem unteren Münster mit der Gnadenkapelle, dem oberen als Mönchskirche. Beim Übergang beider Teile erhoben sich die Türme. Über die spätmittelalterliche Klosterkirche sind wir durch die Bildchroniken, vor allem jener Diebold Schillings, informiert.
Er steht in der Mitte des Platzes unterhalb der Arkaden und geht auf den sogenannten Meinradsbrunnen zurück, wie er schon im Blockbuch dargestellt ist.
Auf dem Brüel liess Abt Embrich 1030 die Gangulfskapelle erbauen. Sie ist in ihren Mauern das älteste erhaltene Gebäude im Hochtal und besitzt im wesentlichen die Masse, wie man sie bei der St. Martinskapelle auf der Ufenau findet oder wie sie einst die Gnadenkapelle hatte.
Nach Plänen von Architekt Josef Steiner, Schwyz, ist mit dem Bau der Jugendkirche 1946 begonnen worden.
Auf dem Friedhof steht die St. Benediktskapelle, die Abt Plazidus Reimann (1629 – 1670) 1631 weihen konnte.
Sie wurde 1943 eingeweiht und ist am Ort erbaut, wo einst das Sondersiechenhaus (Leprosenheim) stand.
An Stelle eines kleinen Wegkapellchens hat Frau Mutter Cäcilia Ochsner (1603 – 1659) aus der Au die St. Josefskapelle erbauen lassen. Das war 1654. 1895 ist die Kapelle nach Plänen von P. Viktor Stürmle durch den Einsiedler Baumeister Mrd. Stefan Birchler im neugotischen Stil neu errichtet worden.
An der Gabelung der Strassen nach dem Etzel und gegen das Birchli steht, gegenüber dem Alten Schulhaus, der «Grosse Herrgott». Er erinnert an die Romfahrt von Abt Gerold 1464. Die Figur des holzgeschnitzten, überlebensgrossen Gekreuzigten wurde 1845 an die Chorwand der Friedhofkapelle übersetzt. An seine Stelle trat ein gusseiserner Kruzifixus.
Das jetzige Rathaus hatte einige Vorgängerbauten, die weiter in den Platz hinaus standen und auf Grund einer Bewilligung durch den Abt dort erstellt werden konnten. Sie brannten 1509, 1577 und 1680 nieder. In die Fenster hatten die eidgenössischen Orte Wappenscheiben geschenkt.
Das Dorfzentrum geht auf das vom Zürcher Chorherren Heinrich Martin 1353 gegründete HeiligGeist-Spital für «arme ellende Bilgrine, die ze unserm Gothuss jerlichs kommend», zurück.
Landammann Josef Karl Benziger (1799 – 1873) begründete zusammen mit seinen Söhnen 1863 die «Stiftungsgesellschaft zur Gründung eines Krankenhauses für den Bezirk Einsiedeln». Zum Bau des Spitals konnten später auch die Mittel der «Versorgungsanstalt Maria End» auf dem Katzenstrick, gegründet durch Regierungsrat Stefan Steinauer (1820 – 1878), verwendet werden.
Einsiedeln verfügt über ein gutes Angebot für betreutes Wohnen im Alter: Das Alters- und Pflegeheim Langrüti, die Alterswohnungen Langrüti und das Alters- und Pflegeheim Gerbe.
In Einsiedeln gab es schon früh Schulhäuser.
Das Panorama ist 1892 / 93 durch Mrd. Stefan Birchler (1850 – 1920), einem genialen Zimmermeister, als Holzrundbau erstellt worden. Die Kunstmaler Karl Hubert Frosch aus München, J. Krieger aus Salzburg und William R. Leigh aus Baltimore fertigten das Rundgemälde und die plastische Umgebung der Stadt Jerusalem. In eindrücklicher Weise und so, dass der Beschauer sich als Augenzeuge wähnte.
1954 entstand an der Benzigerstrasse das Diorama Geburt Christi, eine Krippendarstellung mit über 500 in Holz geschnitzten, bekleideten Figuren.
Im Juni 1736 beschloss die Session, ein Kornhaus zu bauen, um in Notzeiten mit Brotgetreide stets versehen zu sein. Die Waldleute waren bereit, zu diesem Zweck öffentliche Mittel zur Verfügung zu stellen.
Der Kunsthistoriker Werner Oechslin verfügt über eine Sammlung von über 50000 Büchern zur Architekturtheorie und -geschichte vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Schweizerischen Heimatschutzes gab dieser einen Prospekt heraus, mit etwa 20 beachtenswerten Bauten im Ort Einsiedeln.
Wie in fast allen schwyzerischen Gemeinden und Bezirken ist auch im Bezirk Einsiedeln das Urnensystem eingeführt worden, so dass Wahlen und Abstimmungen über andere Sachgeschäfte an der Urne erfolgen. Für jene Geschäfte, die heute an der Urne entschieden werden, besteht der Zweck der Bezirksgemeindeversammlung hauptsächlich in der öffentlichen Diskussion der unterbreiteten Geschäfte. So können beispielsweise Anträge auf Rückweisung oder Verschiebung gestellt werden, so dass das Geschäft an den Bezirksrat zurückgeht und nicht der Urnenabstimmung überwiesen wird. Anträge auf Trennung oder Abänderung eines Geschäfts sind ebenfalls gestattet. Anträge auf Ablehnung oder Nichteintreten sind jedoch unzulässig, da diese Entscheide an die Urnenabstimmung delegiert sind.
Der Bezirksrat arbeitet nach dem Ressort-System und setzt sich zusammen aus dem Bezirksammann, dem Statthalter, dem Säckelmeister und neun Mitgliedern (ab 2002 sechs Mitglieder). Bezirksammann, Statthalter und Säckelmeister werden auf zwei Jahre gewählt. Die Amtsdauer der übrigen Ratsmitglieder beträgt vier Jahre. Sie alle üben ihre Funktion nebenamtlich aus. Der Bezirksrat ist das vollziehende und verwaltende Organ des Bezirkes. Ihm stehen alle Befugnisse zu, die nicht durch kantonales Recht einem anderen Bezirksorgan zugewiesen sind.
Das Bezirksgericht besteht aus dem Präsidenten und sechs weiteren Mitgliedern sowie sieben Ersatzrichtern. Es wird vom Volk auf die Dauer von vier Jahren gewählt.
Der Vermittler, in anderen Kantonen auch Friedensrichter genannt, ist Sühneberater in zivilrechtlichen Streitigkeiten.
Die kantonale Verfassung sieht vor, dass die politischen Gemeinden und die römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Kirchgemeinden getrennt sind. Diese können sich über eine oder mehrere politische Gemeinden oder über Teile davon erstrecken.
Wortdeutungen von den Namen einiger Hügel, von Flurnamen, Namen der Sihl, Alp und Biber und Literaturverzeichnis der Waldstatt Einsiedeln.
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