
Die Stiftsbibliothek hat in den Jahren 1994-1998 eine grundlegende Neugestaltung erfahren:
Zum Bestand der Stiftsbibliothek gehören heute ca. 1200 Handschriften (davon ca. 580 vor 1500), 1100 Inkunabeln und Frühdrucke (bis 1520) sowie 230'000
gedruckte Bände des 16.-20. Jahrhunderts.

Am Anfang dieser Tradition und Buchkultur in Einsiedeln steht der heilige Einsiedler Meinrad († 861); er selbst soll nämlich die ersten Bücher mit in den Finstern Wald gebracht haben: ein Messbuch, die Benediktsregel, die Schriften Kassians usw.

Nach dieser ersten Blütezeit des Klosters beginnt jedoch mit dem 13. Jahrhundert in Einsiedeln (wie auch in anderen Klöstern) ein langsamer Niedergang, mitverursacht durch den Übergang des Klosters zu einem hochadeligen Stift, ein Niedergang, der bis ins 16. Jahrhundert anhält.

Um 1600 jedoch beginnt eine neue Blütezeit des Klosters und damit verbunden der Buchkultur. Im 17./18. Jahrhundert werden erneut grosse und prachtvolle Chorbücher geschrieben.

Der Barocksaal der Stiftsbibliothek auf der Ostseite des Nordtraktes (1710–1718) entstand 1738–40 in der heutigen Gestalt unter Abt Nikolaus II. Imfeld († 1773) nach Plänen von P. Dekan Aegidius d’Ocourt († 1743) und P. Plazidus Beurret († 1779) als hohe und lichte, zweischiffige Halle mit Korbgewölben, getragen von drei schlanken jonischen Säulen aus grauem Stuckmarmor.